Gedicht der Woche


Jetzt leben

Nach seinem Tod fragten sie sich:
Was war ihm wichtig?
Was machte er am liebsten?
Was machte ihm Angst?
Welches waren seine Ziele?
Was gab ihm Kraft?

Je länger sie darüber sprachen,
desto mehr merkten sie,
wie wenig sie wussten;
keine Ahnung hatten,
was ihn zutiefst bewegte,
wer er wirklich war.

Jetzt, da er nicht mehr lebte,
wurde ihnen bewusst,
wie oberflächlich ihre Beziehung war.
Sie konnten ihn nicht mehr fragen,
hatten es versäumt,
ihn kennen und verstehen zu lernen.

Sie erschraken,
schauten einander lange an,
bis endlich einer fragte:
Was ist uns letztlich wichtig?
Was brauchen wir, um glücklich zu sein?
Was gibt uns Kraft, unser Leben gut zu leben?

Sie begannen zu reden,
sagten, was sie noch nie gesagt hatten,
sprachen von ihren Gefühlen:
ihren Sehnsüchten und Ängsten;
kamen einander näher als je.
Sein Tod ermöglichte neues Leben.


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